PODIUMSDISKUSSION "KOMMUNIKATION ZUR ENERGIEWENDE" IN BERLIN

„Energiewende-Kommunikation muss sexier werden!“

Kommunikationsfachleute aus der Energiebranche diskutierten die Studienergebnisse im Quadriga Forum in Berlin. (c) Laurin Schmid
Kommunikationsfachleute aus der Energiebranche diskutierten die Studienergebnisse im Quadriga Forum in Berlin. (c) Laurin Schmid

Chancen der Energiewende in den Mittelpunkt rücken

 

Einig waren sich die Fachleute darin: Die Vorteile der Energiewende kommen in der Kommunikation zu kurz. Statt also zum Beispiel die Mechanik des komplizierten EEG zu erklären, bis es jeder Bürger verstanden habe, müsse der Gegenwert für die Mehrbelastungen in den Fokus rücken. „Wir sollten viel deutlicher die Chancen der Energiewende kommunizieren, statt uns in der Erklärung kleinteiliger Probleme zu verzetteln“, forderte Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik WWF. Nikolaus Schmidt, Pressesprecher der Stadtwerke Neumünster und Vorsitzender der Fachgruppe Energie des Bundesverbands der Pressesprecher (BdP), spitzte diese Forderung weiter zu: „Die Energiewende-Kommunikation muss deutlich sexier werden!“

 

Themenfelder Lifestyle und Convenience als Vehikel

 

Mathias Bucksteeg griff in diesem Zusammenhang ins Nähkästchen und verwies auf die Kommunikation des Automatisierungsunternehmens Nest, das unter anderem lernfähige Raumthermostate fürs Smart Home anbietet. Die Geräte wurden vom Designer des iPod gestaltet, sehen also chic aus, und genau so werden sie auch vermarktet. „Die kommen in ihrer Kommunikation über die Themen Lifestyle und Convenience statt über das vergleichsweise sperrige Thema Energieeffizienz. So kann Energiewende-Kommunikation auch aussehen.“ Gleichzeitig sieht sich Bucksteeg mit Bedingungen konfrontiert, die es ihm erschweren, durch Kommunikation Spaß an der Energiewende zu vermitteln. „Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit damit, monströse technische Begriffe aus Pressemitteilungen zu streichen, die kein Mensch versteht. Auf der anderen Seite darf ich Begriffe wie ‚Strom-Flatrate‘ nicht verwenden. Sexy ist das nicht“, so der Verbandssprecher. Das konnte auch Tobias Dünow nachvollziehen. „Über Vorschläge, wie man Begriffe wie Referenzertragsmodell sexy kommuniziert, freue ich mich auch!“

 

Den Bürger ernster nehmen

 

Trotz aller Schwierigkeiten müsse die Zielgruppe Bürger zukünftig unbedingt ernster genommen und begeistert werden, so Kommunikationsberater Christian Bügel von der Agentur K1. Und das sei nicht nur eine Frage der Themen, sondern auch eine Frage der Instrumente. „Nutzen Sie die gesamte Bandbreite der Kommunikationswerkzeuge und setzen Sie verstärkt auf dialogische Kommunikationsformen“, forderte er die Runde auf.

 

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